Stellenausschreibung

Physio- oder Sporttherapeut (m/w/d)
80-100%, unbefristet ab 01.09.2019 oder nach Vereinbarung

Das Fechtzentrum Heidenheim sucht einen Sportphysiotherapeuten.

Die Stellenausschreibung finden Sie hier


Ostercamp des Württembergischen Fechterbundes im Fechtzentrum Heidenheim

 

Leider ist die Teilnehmerzahl für das Ostercamp erreicht und es können keine weiteren Anmeldungen angenommen werden.


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Touché 9  finden sie hier


Anna Hornischer: Ein Leben zwischen Hörsaal und Weltcup


Zwischen Büchern und Fechtbahn: Anna Hornischer nutzt jede Gelegenheit beim Turnier zum Lernen.

 


Havanna, Hörsaal, Training, Doha, Hörsaal, Training und am Donnerstag geht es zum Weltcup nach Barcelona. So sieht der Alltag von Anna Hornischer aus. Die 23-jährige Heidenheimerin ficht seit ihrem neunten Lebensjahr und das recht erfolgreich: Junioreneuropameisterin im Team 2015, Bronzemedaille im Team bei der U23 Europameisterschaften in Minsk 2017 und Bronzemedaille bei der deutschen Meisterschaft 2018. Ihr persönlicher Favorit waren die Juniorenweltmeisterschaften in Tashkent. Das Land Usbekistan bot eine interessante Kultur, die Menschen fechtbegeistert und die Bronzemedaille im Team ein nettes Mitbringsel.
Ihr Jurastudium in Augsburg und das tägliche Training unter einen Hut zu bekommen, ist nicht immer einfach: „Wenn ich in Augsburg bin, versuche ich die erste Trainingseinheit wie Laufen oder Krafttraining vor dem Frühstück zu erledigen. Um 9 Uhr beginnen dann die Vorlesungen oder ich gehe in die Bibliothek zum Lernen. Zwangsvollstreckungsrecht und internationales Privatrecht stehen derzeit auf dem Plan. Um 16 Uhr verlasse ich meistens die Uni, setzte mich ins Auto und fahre die gute Stunde nach Heidenheim ins Training."
Duale Karriere, Sport und Ausbildung zu vereinbaren, bedeutet viel Organisation und Verzichte. Aber auf den zu Sport verzichten, kam für Anna Hornischer nie in Frage. „Ich habe in den letzten 14 Jahren das Fechten lieben gelernt. Außerdem hat bei mir immer alles nur funktioniert wenn ich ausgelastet war. Ich bin ein Arbeitstier und brauche sowohl die sportliche als auch die kognitive Beanspruchung. Dass es mit dem Beginn des Jura Studiums so stressig wird, hätte ich nicht gedacht, aber man wächst ja mit seinen Herausforderungen. Allerdings muss ich kritisieren, dass es in Deutschland wenig Unterstützung für den Weg der dualen Karriere gibt. Bei Sport und Uni ist kaum ein Miteinander möglich. Beispielweise verlangt der Bundestrainer Anwesenheitspflicht bei den Lehrgängen, egal ob ich dadurch Vorlesungen oder Übungen verpasse. Auch die Uni gibt sich recht unflexibel bei Nachholen von Klausuren, wenn ich mal auf einem Wettkampf bin. Ich würde mir da einen Kontakt zwischen Universität und Fechterbund wünschen. Und nicht nur Druck von beiden Seiten, überall anwesend zu sein." In Frankreich gibt es zum Beispiel ein extra Fördersystem für Kadersportler, die studieren. Dort können die Sportler mehr Fehlstunden in Anspruch nehmen, extra Nachhilfe beantragen und Klausuren nachholen.
Auch die finanzielle Seite betrübt oft das Gemüt von Anna Hornischer. „Meine Passion für den Fechtsport ist groß, aber ich kann schon verstehen, dass manche Nachwuchstalente des deutschen Sportes alles hinschmeißen. Ich werde zum Beispiel derzeit nicht von der Deutschen Sporthilfe mit Geld gefördert. Ich wurde am Anfang dieser Saison nicht in den Damendegen-Perspektivkader berufen. Aus Gründen, die mir bis heute nicht erläutert wurden, und das obwohl ich rein rechnerisch genug Ranglistenpunkte letzte Saison gesammelt habe, um diesen Status zu erhalten. Einen Nebenjob neben dem Studium und Sport ist zeittechnisch einfach nicht möglich " so Hornischer. Ganz alleine gelassen wird sie aber nicht: Das Fechtzentrum Heidenheim hat ein neues Patensystem lanciert, wo talentierte Fechter wie Anna Hornischer von einem Paten finanziell unterstützt werden. Im Gegenzug hält der Fechter Kontakt zu seinem Paten, berichtet regelmäßig von seinen Wettkämpfen.
Ziele im Fechten hat sich Hornischer genug vorgenommen: Medaillen bei der U23 Europameisterschaft, die dieses Jahr im Juni in Plovdiv (Bulgarien) stattfindet, sowie bei der Universiade im Juli in Napoli (Italien) und der Traum vom Titel der deutschen Meisterin. Langfristig will sie auch Mitglied der deutschen Nationalmannschaft im Aktiven Bereich werden und nebenbei will sie bis 2022 noch ihr erstes Staatsexamen in Jura absolvieren.


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